Geliebte und Ungeliebte – Geranium (Pelargonium graveolens)

… Das riecht ja furchtbar, aufdringlich…nee, nicht mein Ding!

So oder ähnlich, sind öfters die verbalen Reaktionen auf den unbekannten („blindgerochenen“) Duft von Geranium. Die Gesichter verziehen sich erschrocken, belästigt oder angewidert und die Nasen flüchten aus der Duftrichtung. Der Arm, mit dem Duftstreifen in der Hand, wird soooo lang und will dieses „Enfant terrible“ ganz schnell wieder los werden…

Seit einigen Jahren beobachte ich dieses Phänomen der geruchlichen Ablehnungen des Geraniumduftes  bei Menschen, die beruflich sehr stark in Kontakt mit anderen Menschen stehen, wie z.B. im pflegendem bzw. betreuendem Wirkungsfeld.

Am Anfang waren es nur zufällige Beobachtungen. Als aber eine gestandene Fachfrau zum Geraniumduft folgendes Bild aufs Papier brachte,wollte ich mehr wissen.

 



Auch diese Bilder gibt es zum Duft des Geraniumöles: fröhlich, lebens- und farbenfroh…

Hier von jungen Menschen am Beginn einer möglichen pflegerischen Laufbahn und mit noch nicht so intensiven Kontaktsequenzen, d.h. mit der Möglichkeit, sich immer wieder aus Situationen zu lösen.

 

…und etwas „gedämpfter“, diese Bilder:

 

Meine Beobachtungen aus den namenlosen und damit unbekannten Duft-Begegnungen:

  • Die Favoriten sind vorrangig Zitrusöle, die frischen eher zitronigen (weniger die „süßlichen“) Noten, aber auch „kräftige Durchatmer“, wie z.B. Rosmarin (Cineol), Cajeput usw. kommen gut an. 
  • Der Lavendel ist in der Duftbeliebtheit eher ambivalent. Selbst in Mischungen, „stinkt“ er heraus, wenn er „das Duftproblem“ ist
  • Bei den Schmeichel-Düften liegen meist Benzoe und Tonka vorn, die Vanille schneidet nicht so gut ab.
  • Die blumigen oder sehr erdigen Düfte lassen die Begeisterung auch eher nicht überschäumen. 

Ausnahmen gibt es natürlich in allen Duftrichtungen, denn die individuelle Wahrnehmung ist die Unbekannte, die Unvorhersehbare und die Unberechenbare in diesen Duftbegegnungen

Damit Aromapflege auch für die Beschäftigten – die Akteure im Pflegeprozeß – olfaktorisch gesundheitsfördernd gelingt, ist die (ihre) Nase, als unterstützender Stimmigkeits-Koeffizient von erheblicher Bedeutung.

Anmerkung:

Mir ist wichtig, dass meine Beobachtungen nicht als wertende oder festlegende Aussage angesehen bzw. verstanden werden. Es geht mir um ein Duftreaktions-Phänomen, beobachtet in einem bestimmten Kontext und ich möchte anregen zu schauen und zu überprüfen, was an dieser „These“ dran sein könnte und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben könnten, um unterstützende gesundheitsfördernde Möglichkeiten zu entwickeln. Die Annahme dabei ist, dass die Ablehnung eines Duftes den  Hinweis auf ein bestimmtes individuelles „Stresspotential“ in sich trägt. Das hat Relevanz für die Interaktion zwischen Betreuenden und Betreuten. Beide sind über den Duft und dem durch ihn auslösenden „Gefühltem“ verbunden – in der Technik spräche man von einem (geschlossenem) Regelkreissystem…

Über Rückmeldungen, eigener Beobachtungen, würde ich mich sehr freuen.




Geliebte und Ungeliebte – Geranium (Pelargonium graveolens)
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